Der Ausbildungsgang „Fachpraktiker/in für Bäckereien“ wird zum Beginn des Schuljahres 2019/2020 an die Staatliche Gewerbeschule Gastronomie und Ernährung (BS 03) verlagert. Die Anmeldeschule für neue Schülerinnen und Schüler bleibt bis zum Ende des laufenden Schuljahrs am 26. Juni 2019 die G3.

Fachpraktiker/in für die Bäckerei – Berufsausbildung und Rehabilitation

Beruf im Bäckerhandwerk

Fachpraktiker/in für die Bäckerei ist ein theorie-reduzierter Ausbildungsberuf für Menschen mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die gern im Bäckerhandwerk arbeiten möchten. Die Ausbildung orientiert sich am Ausbildungsberuf Bäcker/in und verbindet handwerkliche Tätigkeiten mit Technik und Kreativität.

Das Bäckerhandwerk hat eine lange Tradition. Zu den vielen verschiedenen Brotsorten, Kleingebäcken und feinen Backwaren kommen immer wieder neue Rezepte hinzu, um aktuelle Kundenwünsche zu erfüllen. Neben der Handarbeit gehört auch der Umgang mit Maschinen und Geräten zum Beruf. Die Vielfalt der Beschäftigungsbetriebe reicht vom Handwerksbetrieb bis zum Industriebetrieb.

Voraussetzungen

Die Ausbildung kann man ohne Schulabschluss beginnen. Die Agentur für Arbeit stellt fest, ob Sie für die Ausbildung geeignet sind.

Jugendliche unter 18 Jahren müssen zudem eine ärztliche Bescheinigung über eine Erstuntersuchung vorlegen. Für eine kostenlose ärztliche Untersuchung gibt es eine Bescheinigung im zuständigen Ortsamt.

Sie brauchen zu Beginn der Ausbildung ein Gesundheitszeugnis.

Folgendes sollten Sie mitbringen:

  • Freude an handwerklicher Arbeit
  • Interesse am Umgang mit Technik und mit Lebensmitteln
  • einen guten Geruchs- und Geschmackssinn
  • Belastbarkeit und gute körperliche Konstitution
  • Spaß an Teamarbeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Bereitschaft früh aufzustehen

 

Perspektiven

Fachpraktiker/innen für Bäckereien arbeiten überwiegend in Handwerksbetrieben, aber auch in der industriellen Produktion, zum Beispiel in Großbäckereien und Backfabriken.

Wer sich beruflich weiterentwickeln möchte, kann sich unter bestimmten Voraussetzungen nach der Ausbildung zum Beispiel in folgenden Berufen weiterqualifizieren:

  • Bäcker/Bäckerin
  • Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandwerk Schwerpunkt Bäckerei oder Konditorei

Duale Ausbildung

Die Ausbildung absolvieren Sie an zwei Lernorten:

  • Die Auszubildenden schließen den Ausbildungsvertrag mit dem Berufsbildungswerk (BBW).
    Das BBW steht in Kooperation mit der Bäcker-Innung Hamburg.
    Die praktische Ausbildung wird in der Lehrwerkstatt der Bäcker-Innung im Elbcampus in Hamburg-Harburg und zwischenzeitlich in ausgewählten Praktikumsbetrieben durchgeführt.
  • in der G3, der Berufsschule für das Bäckerhandwerk absolvieren die Auszubildenden die theoretische Ausbildung mit einem reduzierten Praxisanteil.

 

Der Unterricht findet in Teilzeitform an zwei Tagen in der Woche statt. An den übrigen drei Werktagen lernen Sie im Elbcampus. Die Ausbildungszeit beträgt regulär drei Jahre.

Ausbildungsinhalte

Während der Ausbildung lernen Sie folgende Tätigkeiten:

  • mit Backöfen, Maschinen und Geräten umgehen
  • Zutaten nach Rezeptur abwiegen
  • Teige herstellen
  • Teig zu Brot, Brötchen und anderen Backwaren formen
  • Brot und Brötchen im Ofen backen
  • Feingebäck aus verschiedenen Teigen herstellen
  • Cremes, Füllungen und Glasuren herstellen
  • Herstellen von Backwarensnacks
  • Rohstoffe und Zutaten richtig lagern
  • Kunden bedienen, Backwaren anbieten und verkaufen

 

Lernbereiche

An zwei Vormittagen pro Woche besuchen Sie die Berufsschule. Hier erwerben Sie Kenntnisse in berufsspezifischen und allgemeinbilden den Fächern.

Der Lernbereich I orientiert sich an beruflichen Aufgaben und Handlungsabläufen. In praxisnahen Lernsituationen erwerben Sie u.a. folgende Kenntnisse und Kompetenzen:

  • Warenkunde
  • Verarbeitung von Rohstoffen
  • Herstellen von Backwaren
  • Gewerbe- und lebensmittelrechtliche Vorschriften
  • Hygienebestimmungen
  • Betriebswirtschaft
  • Fachenglisch


Der Lernbereich II umfasst die Fächer

  • Wirtschaft und Gesellschaft
  • Sprache und Kommunikation
  • Gesundheit und Bewegung

 

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung dauert regulär drei Jahre. Nach eineinhalb Jahren absolvieren Sie eine schriftliche und praktische Zwischenprüfung, nach drei Jahren die Abschlussprüfung. Im praktischen Teil der Abschlussprüfung zeigen Sie zum Beispiel Ihre Fertigkeiten im Herstellen von Brot, Weizenkleingebäck, feinen Backwaren und Snacks. Im schriftlichen Teil bearbeiten Sie Aufgaben aus den Prüfungsfächern Betriebswirtschaftliches Handeln sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.


Anmeldung

Da es sich bei der Berufsausbildung um eine Maßnahme der beruflichen Rehabilitation handelt, erfolgt die Anmeldung über die Agentur für Arbeit, Team Reha Ersteingliederung. Ein Reha-Status muss bei der Anmeldung vorliegen.

Die Ausbildung ist kostenfrei.  

Kosten

Die Ausbildung ist für die Teilnehmenden kostenfrei. Gegebenenfalls entstehen Kosten zum Beispiel für Lernmittel oder Fahrten zur Ausbildungsstätte.

Unter bestimmten Bedingungen ist die Gewährung von Ausbildungsgeld oder Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) möglich. Informationen zu Förderungsmöglichkeiten und Ausbildungsgeld erteilt die Agentur für Arbeit.

Da Sie den Reha-Status haben, erhalten Sie eine Ausbildungsvergütung.


Kooperationen

Die G3 arbeitet eng mit ihren dualen Partnern zusammen: Ausbildungsbetrieben, Bäcker-Innung Hamburg, Konditoren-Innung Hamburg, Elbcampus, Berufsbildungswerk und Handwerkskammer Hamburg.

Mit den Ausbildungsbetrieben stehen wir in einem konstruktiven Dialog. Einmal pro Schulhalbjahr treffen sich das Berufsschulkollegium der G3 (BS 09) und Vertreter der Ausbildungsbetriebe zur LOK-Sitzung (Lernortkooperation), um die duale Ausbildung gemeinsam weiterzuentwickeln.

Die Bäcker-Innung Hamburg regelt und überwacht die Lehrlingsausbildung und setzt sich für ein gutes Verhältnis zwischen Ausbildern und Auszubildenden ein. Sie ist für die Organisation und Abnahme der Zwischen- und Abschlussprüfung verantwortlich. Außerdem führt sie pro Lehrjahr eine überbetriebliche Unterweisung durch. Die Bäcker-Innung Hamburg ist Mitglied der 1993 gegründeten Bäcker- und Konditorenvereinigung Nord e.V.

Der Elbcampus ist das Kompetenzzentrum der Bäcker-Innung mit Schulungsräumen und innungseigener Lehrbackstube.

Mit dem Berufsbildungswerk stehen wir ebenfalls in einem konstruktiven Dialog. Die Ausbildung der Fachpraktikerinnen und Fachpraktiker wird durch regelmäßige Arbeitstreffen und Telefonate zwischen BBW und G3 begleitet.

Die Handwerkskammer Hamburg vertritt die Interessen des Handwerks gegenüber der Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Sie arbeitet eng mit den Innungen zusammen. Handwerksbetrieben, die Mitglieder der Handwerksammer sind, bietet sie Beratung und Unterstützung an, z. B. auch bei der Lehrlingsausbildung.


Informationen

Möchten Sie mehr über den Beruf und die Ausbildung erfahren?

Die Bundesagentur für Arbeit liefert Ihnen auf ihrer Seite https://berufenet.arbeitsagentur.de alle wichtigen Informationen über die Ausbildung auf einen Blick.

Bei Fragen zur schulischen Ausbildung wenden Sie sich bitte an Jürgen Wünneker, Abteilungsleiter Berufsschule: juergen.wuenneker@hibb.hamburg.de