Eine Klassenreise – „Auf zu neuen Ufern“

Wir sind eine Klasse von Wunschkindern, wenn man so will.  Als die Personalbedarfsentwicklung der „elbkinder“, Vereinigung Hamburger Kindertagesstätten gGmbH, einen zukünftigen Mangel an Hauswirtschaftsleiterinnen feststellte, wandte sie sich an die G 3. Mit dieser entwickelte sie, nach einem Bremer Modell, eine dreijährige duale Ausbildung zur „Betriebswirtin für hauswirtschaftliche Dienstleistungen“.

Im Sommer 2011 starteten 28 Hausarbeiterinnen der „elbkinder“ mit dem neu entwickelten Ausbildungsgang. Nebenbei Mütter, teils Haupternährer der Familie, schipperten wir „Auf, zu neuen Ufern“ entgegen. Mit dem Wunsch,  uns weiterqualifizieren zu können, weg vom Mopp, hin zu mehr, wollten wir „auf, zu neuen Ufern“ segeln. Doch nur 18 haben den ersten Sturm überlebt, also den ersten Meilenstein, die Oberstufe erreicht. Gepackt vom Ehrgeiz, getragen vom starken Gemeinschaftsgefühl, vorangetrieben vom unterstützendem Rückenwind der Lehrkörper und der Schulleitung der G 3, rudern wir mit kräftigen Schlägen dem Zielhafen entgegen. 

Wie ein jeder weiß: Reisen bildet. Zum fachbezogenen Austausch zog es uns nach Linz am Rhein, an die Alice-Salomon-Schule.  Dort gibt es einen dualen Ausbildungsgang, der die gleiche Qualifikation bietet wie die G3. In seiner Unterrichtsform unterscheidet er sich jedoch grundlegend von unserem. Diese Unterschiede kennen zu lernen war Ziel unserer Reise.

Am 05.09.2013 begaben wir uns also für drei Tage auf Bildungsreise. Von der Elbe ging es an den Rhein. Die Jugendherberge in Bad Honnef war unser erstes Ziel. Nach langer Bus- und Bahnreise wurden wir dort rheinländisch ungezwungen empfangen. Die Besichtigung des Hauses erfolgte sogleich. Zu unseren Ausbildungsschwerpunkten und der täglichen Arbeit im Betrieb gehört die Verantwortung für die Ernährung. Deswegen interessierte uns das Verpflegungskonzept der Jugendherberge. Dieses orientiert sich an den „10 Regeln der Vollwertigen Ernährung“ der DGE. Angeboten werden Sonderkostformen bei z. B. Lactoseintoleranz, vegetarischen und kulturellen Essgewohnheiten. Neben der Zentralküche wurden uns die Vorratskammern, Kühlhäuser, die Waschküche und das Außengelände gezeigt. Das Haus ist zwar nicht mit „Fitkid“ zertifiziert, dafür jedoch mit dem Siegel „Gut drauf“(www.gutdrauf.net), welches noch viel komplexer ist.

Den ersten Tag schlossen wir in einem romantisch gelegenen Weingarten an den Ufern des Rheins ab. Ausgelassen bei Schmaus und Schorle genossen wir unser Hier-, Da- und Zusammensein. Die Herbergszimmer mit ihren Etagenbetten ließen Erinnerungen an lang vergangene Klassenreisen aufkommen.

Nach erholsamem Schlaf und Frühstück machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg nach Linz am Rhein.Voll warm empfundener Freude war der Empfang der Alice-Salomon-Schule. In entspannter, kameradschaftlicher Runde wurden wir über die dortige modulare Organisationsform des Unterrichts informiert. Dieses andere Lehrmodell fordert die gleichen Voraussetzungen von den Schülern und Schülerinnen. Die Module, unseren Fächern gleich, werden einzeln unterrichtet und zertifiziert, so ist eine Unterbrechung der Ausbildung für längstens zwei Jahre möglich. Nach Austausch mit den hiesigen Fachschülern und der Besichtigung der Schule (www.bbs-linz.de) beglückte uns die Küche mit einem köstlichen Essen. Es folgte noch ein Gruppenfoto und mit einem „Cheese“ im Gesicht brachte uns der Zug nach Neuwied.

Hier waren wir Gäste des ersten Supermarkt-Themenhotels Europas. Namhafte Lebensmittelhersteller sind Partner dieses Hotels der Supermarktklasse. Bekannte Produkte ihrer Häuser finden sich in Ausstattung und Design der exklusiven 46 Themenzimmer wieder. Das Hotel befindet sich in Kooperation und Lehraustausch mit einer nahe gelegenen Schule für Berufsbildung, welche wiederum eine Dependance der Alice-Salomon-Schule ist. Im Gästehaus des Hotels durften wir uns für die Nacht einrichten. Am Abend zog es uns „elbkinder“ wieder ans Wasser. Wir fanden ein Ausflugslokal direkt am Strom. Im freundschaftlich vertrauten Miteinander genossen wir den Sonnenuntergang. Wir fühlten uns so wohl.

Nach üppigem Frühstücksbuffet am nächsten Morgen begaben wir uns auf die Heimreise. Diese wurde unterbrochen durch einen Zwischenstopp in Köln. Die Besichtigung des Domes durften sich einige von uns nicht entgehen lassen. Kultur muss sein!

Wir haben unser Reiseziel erreicht. Der Fachaustausch war erfolgreich und wir sind motiviert und gestärkt für unsere Ausbildung zurück an die Elbe gefahren. Das Gefühl des Zusammenhalts in unserer Klasse war ein besonderes Erlebnis.

Viel zu kurz, doch gar so schön waren unsere drei Tage! Danke 🙂

B. Niedhardt, C.Lankoff, G. Homann, L. Nahm, S. Jadran
Klasse FS 1/1, Staatliche Gewerbeschule Ernährung und Hauswirtschaft (G3)

 

„Von der Elbe an den Rhein und zurück. Bildung macht Spaß und bringt Glück.“ (G. Homann)

„Raus aus dem Alltag […] lange nicht mehr so gelacht!“ (C. Lankoff)

„Meine erste Klassenreise (mit 50) war super, super, super, auch wenn die Pyjamaparty ausgeblieben ist!“ (L. Nahm)

„Die Bildungsreise war eine tolle Erfahrung. Der Austausch zwischen den Schulen und Schülern war eine nette und interessante Abwechslung zum Alltag und stärkte den Klassenverband.“ (G.  Karasu)

„Es war interessant, den vermeintlich gleichen Ausbildungsgang in einem anderen Bundesland auf eine ganz andere Art umgesetzt kennenzulernen.“ (B. Krüger)