Konditor/in –
Handwerksberuf mit Zukunft

Der Konditorenberuf

Der Beruf des Konditors/der Konditorin ist ein klassischer Handwerksberuf, der traditionelle und moderne Techniken mit künstlerisch-kreativen Fertigkeiten verbindet. Als Konditor/in haben Sie ausgezeichnete Berufsaussichten sowie vielfältige Aufstiegs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten.

Zu den typischen Konditoreierzeugnissen zählen Torten, Baumkuchen, Petits Fours, Teegebäck, Desserts und Pralinen. Die moderne Konditorei bietet darüber hinaus kleine herzhafte Speisen wie Quiches, Suppen, Salate, Pasteten und Kanapees.
 

Voraussetzungen

Ein Hauptschulabschluss ist für die Ausbildung wünschenswert. Darüber hinaus sollten Sie Folgendes mitbringen:

  • Freude an handwerklicher Arbeit und feinmotorischen Tätigkeiten
  • Interesse am Umgang mit Technik und frischen Rohstoffen
  • hohe Qualitätsansprüche
  • einen guten Geruchs- und Geschmackssinn
  • Kreativität und Lust am Gestalten, Garnieren und Verzieren
  • künstlerische Neigungen
  • Spaß an Teamarbeit
  • Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen
     

Perspektiven

Als Konditor/in haben Sie ausgezeichnete Berufsaussichten sowie vielfältige Aufstiegs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten:

  • Ausbildung zum/zur Bäcker/in oder Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandwerk, Schwerpunkt Bäckerei/Konditorei, innerhalb von zwei Jahren
  • Meisterprüfung
  • Technische/r Betriebsleiter/in
  • Backstubenleiter/in
  • Patissier
  • Personaleinsatzplaner/in
  • Betriebsleiter/in
  • Filial- oder Bezirksleiter/in
  • Lebensmitteltechniker/in
  • Ausbildungsberater/in
  • Werkstattleiter/in
  • Unternehmer/in

Duale Berufsausbildung

Sie absolvieren die Ausbildung in dem Konditoreibetrieb, mit dem Sie einen Ausbildungsvertrag geschlossen haben, und in der G3, der Berufsschule für das Konditorenhandwerk. Der Unterricht findet in insgesamt 20 Blöcken zu je zwei Wochen statt. Die Lehrzeit beträgt regulär drei Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen kann sie auf zwei oder zweieinhalb Jahre verkürzt werden.

G3070514_013

Block-Unterricht

Der Unterricht findet in Blöcken zu je zwei Wochen statt, zwischen zwei Blöcken lernen Sie jeweils vier Wochen im Betrieb. Insgesamt absolvieren Sie in drei Jahren 20 Unterrichtsblöcke.

Der Berufsschulunterricht ist verpflichtend. Ein Antrag auf Beurlaubung vom Berufsschulunterricht aus wichtigem Grund muss schriftlich gestellt werden.
 

Lernbereiche

Der Unterricht gliedert sich in zwei Lernbereiche. Der Lernbereich I besteht aus 14 Lernfeldern, die sich an beruflichen Aufgaben und Handlungsabläufen orientieren. In praxisnahen Lernsituationen erwerben Sie u. a. folgende Kenntnisse und Kompetenzen:

  • Herstellung von Konditorei-Produkten
  • Verarbeitung von Rohstoffen
  • Warenkunde
  • Gewerbe- und lebensmittelrechtliche Vorschriften
  • Gestaltung
  • Marketing
  • Betriebswirtschaft
  • Fachenglisch


Der Lernbereich II umfasst die Fächer

  • Wirtschaft und Gesellschaft
  • Sprache und Kommunikation
  • Gesundheit und Bewegung


Die Ausbildung wird ergänzt durch überbetriebliche Lehrlingsunterweisungen. Sie finden wie auch die Prüfungen in den Lehrwerkstätten der G3 statt.
 

Ausbildungsdauer

Die Lehrzeit beträgt regulär drei Jahre. Nach eineinhalb Jahren Ausbildungszeit absolvieren Sie eine schriftliche und eine praktische Zwischenprüfung, nach drei Jahren die Abschluss- bzw. Gesellenprüfung. Die Ausbildung endet mit der Freisprechung und der Aushändigung des Gesellenbriefs durch die Konditoren-Innung.
 

Verkürzung der Lehrzeit

Wenn Sie bei Ausbildungsbeginn mindestens 21 Jahre alt sind und einen Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss besitzen, können Sie die Ausbildung um sechs Monate verkürzen.

Wer die Zwischenprüfung mindestens mit der Note 2,0 bestanden hat, wird ebenfalls bereits nach zweieinhalb Jahren zur Abschlussprüfung zugelassen.

Für alle, die das Abitur, die Fachhochschulreife oder eine Berufsausbildung in einem verwandten Beruf haben, bieten wir den Besuch der Turboklasse an. Hier können Sie bereits nach zwei Jahren zum Abschluss kommen.
 

Projekte und Angebote

Die G3 bietet ihren Schülerinnen und Schülern über den Unterricht hinaus eine Fülle an zusätzlichen Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln und neue Fähigkeiten zu entdecken. Dazu gehören Leistungswettbewerbe wie der „Goldene Baumkuchen“ für angehende Konditorinnen und Konditoren, Messe-Beteiligungen, die Teilnahme am Bundeswettbewerb Fremdsprachen „Team Beruf" sowie internationale Austauschprogramme, z. B. Auslandspraktika in Wien, London, Bournemouth, Marseille oder Lyon.


Bewerbung und Anmeldung

Sie bewerben sich direkt bei ausbildenden Konditoreibetrieben. Nachdem Sie Ihren Ausbildungsvertrag unterschrieben haben, übernimmt Ihr Ausbildungsbetrieb die Anmeldung an der G3. Der Ausbildungsbeginn ist in der Regel der 1. August oder 1. September, in Ausnahmefällen der 1. Februar. Der Besuch der Berufsschule ist für Auszubildende kostenlos.

BB018

Sie bewerben sich direkt bei ausbildenden Konditoreibetrieben. Adressen erhalten Sie in der Geschäftsstelle der Konditoren-Innung: Kath@vig-hh.de . Die Einschulung findet statt am ersten Tag des ersten Blocks. Die Blockzeiten stehen im aktuellen Blockplan.
 

Kosten

Der Besuch der Berufsschule ist für Auszubildende kostenlos. Die Anschaffungskosten für Unterrichtsmittel, z. B. Schreibmaterial und Kleidung für den Werkstattunterricht tragen Sie. Das Fachbuch für Konditoren stellt Ihnen eventuell der Ausbildungsbetrieb oder leihweise die G3 zur Verfügung. Für die Rohstoffe, die Sie im Werkstattunterricht verarbeiten, erheben wir eine Kostenbeteiligung in Höhe von 30,00 Euro.


Kooperationen

Die G3 arbeitet eng mit ihren dualen Partnern zusammen: Ausbildungsbetrieben, Konditoren-Innung Hamburg, Elbcampus und Handwerkskammer Hamburg.

AB+BB022

Mit den Ausbildungsbetrieben stehen wir in einem konstruktiven Dialog. Einmal pro Schulhalbjahr treffen sich das Berufsschulkollegium der G3 und Vertreter der Ausbildungsbetriebe zur LOK-Sitzung (Lernortkooperation), um die duale Ausbildung gemeinsam weiterzuentwickeln.

Die Konditoren-Innung Hamburg regelt und überwacht die Lehrlingsausbildung und setzt sich für ein gutes Verhältnis zwischen Ausbildern und Auszubildenden ein. Sie ist für die Organisation und Abnahme der Zwischen- und Abschlussprüfung verantwortlich. Außerdem führt sie pro Lehrjahr eine überbetriebliche Unterweisung durch. Die Konditoren-Innung Hamburg ist Mitglied der 1993 gegründeten Bäcker- und Konditorenvereinigung Nord e.V.

Die Handwerkskammer Hamburg vertritt die Interessen des Handwerks gegenüber der Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Sie arbeitet eng mit den Innungen zusammen. Handwerksbetrieben, die Mitglieder der Handwerksammer sind, bietet sie Beratung und Unterstützung an, z. B. auch bei der Lehrlingsausbildung.


Informationen

Möchten Sie mehr über den Konditorenberuf erfahren?

Der Deutsche Konditorenbund, der Bundesinnungsverband für das Konditorenhandwerk, liefert Ihnen auf seinen Seiten www.konditoren.de eine Fülle interessanter Informationen sowie weiterführende Links.

Auf der Seite der Bäcker- und Konditorenvereinigung Nord www.bkv-nord.de erfahren Sie Wissenswertes über die Ausbildung, zum Beispiel Gesetze und Verordnungen, sowie die Ausbildungsvergütung.

Die Ausbildungs- und Prüfungsordnung (APO) für berufsbildende Schulen informiert über die rechtlichen Rahmenbedingungen der Ausbildung, z. B. über die Zulassungsvoraussetzungen.

Der Rahmenlehrplan gibt Ihnen einen Überblick über die 14 Lernfelder und die darin vermittelten Kompetenzen.

Alle Informationen dieser Seite finden Sie zusammengefasst in unserem Flyer Berufsschule für das Konditorenhandwerk".

Bei Fragen zur schulischen Ausbildung wenden Sie sich bitte an Jürgen Wünneker, Abteilungsleiter Berufsschule: juergen.wuenneker@hibb.hamburg.de