Bäcker/in –
Handwerksberuf mit Zukunft

Der Bäckerberuf

Der Beruf des Bäckers/der Bäckerin ist ein klassischer Handwerksberuf mit langer Tradition. Er verbindet handwerkliches Geschick mit moderner Technik und Kreativität. Als Bäcker/in haben Sie sehr gute Berufsaussichten sowie interessante Aufstiegs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten.

Aus besten Rohstoffen entstehen Brot, Kleingebäck und feine Backwaren in großer Vielfalt. Zu den fast 400 Brotsorten, über 1.000 Arten von Kleingebäck und zahlreichen Feinbackwaren kommen immer wieder neue Rezepte hinzu, um Kundenwünsche zu erfüllen und aktuelle Trends zu setzen. Das macht den Beruf besonders abwechslungsreich und herausfordernd.
 

Voraussetzungen

Ein Hauptschulabschluss ist für die Ausbildung wünschenswert. Darüber hinaus sollten Sie Folgendes mitbringen:

  • Freude an handwerklicher Arbeit und feinmotorischen Tätigkeiten
  • Interesse am Umgang mit Technik und mit Lebensmitteln
  • einen guten Geruchs- und Geschmackssinn
  • Kreativität und Lust am Gestalten, Garnieren und Verzieren
  • Spaß an Teamarbeit
  • Belastbarkeit
  • Bereitschaft früh aufzustehen
     

Perspektiven

Nach erfolgreicher Beendigung Ihrer Ausbildung haben Sie als Bäcker/in sehr gute Berufsaussichten sowie interessante Aufstiegs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten:

  • Konditor/in, Bäckerei- oder Konditorei-Fachverkäufer/in (Ausbildung in zwei Jahren)
  • Meisterprüfung
  • Technische/r Betriebsberater/in
  • Betriebswirt/in im Handwerk
  • Backstuben- oder Betriebsleiter/in
  • Personaleinsatzplaner/in
  • Filial- oder Bezirksleiter/in
  • Lebensmitteltechniker/in
  • Ausbildungsberater/in
  • Unternehmer/in

Duale Berufsausbildung

Die Ausbildung absolvieren Sie in dem Bäckereibetrieb, mit dem Sie einen Ausbildungsvertrag geschlossen haben, und in der G3, der Berufsschule für das Bäckerhandwerk. Der Unterricht findet in Teilzeitform an einem bzw. zwei Wochentagen statt. Die Lehrzeit beträgt regulär drei Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen kann sie auf zwei oder zweieinhalb Jahre verkürzt werden.

Teilzeit-Unterricht

Der Unterricht an der G3 findet in Teilzeitform statt: im 1. Halbjahr montags, im 2. Halbjahr montags und freitags, im 3. und 4. Halbjahr dienstags und mittwochs und im 5. und 6. Halbjahr donnerstags. An den jeweils anderen Arbeitstagen lernen Sie im Betrieb.

Der Berufsschulunterricht ist verpflichtend. Ein Antrag auf Beurlaubung vom Berufsschulunterricht aus wichtigem Grund muss schriftlich gestellt werden.
 

Lernbereiche

Der Unterricht gliedert sich in zwei Lernbereiche. Der Lernbereich I besteht aus 13 Lernfeldern, die sich an beruflichen Aufgaben und Handlungsabläufen orientieren. In praxisnahen Lernsituationen erwerben Sie u. a. folgende Kenntnisse und Kompetenzen:

  • Herstellung von feinen Backwaren, Broten, Spezialgebäck, Torten, Desserts und kleinen Gerichten
  • Verarbeitung von Rohstoffen
  • Warenkunde
  • Gewerbe- und lebensmittelrechtliche Vorschriften
  • Gestaltung
  • Marketing
  • Betriebswirtschaft
  • Fachenglisch


Der Lernbereich II umfasst die Fächer

  • Wirtschaft und Gesellschaft
  • Sprache und Kommunikation
  • Gesundheit und Bewegung


Ergänzt wird die Ausbildung durch drei überbetriebliche Lehrlingsunterweisungen im Elbcampus, dem Bildungszentrum der Handwerkskammer.
 

Ausbildungsdauer

Die Lehrzeit beträgt regulär drei Jahre. Nach eineinhalb Jahren Ausbildungszeit absolvieren Sie eine schriftliche und praktische Zwischenprüfung, nach drei Jahren die Abschluss- bzw. Gesellenprüfung. Die Ausbildung endet mit der Freisprechung und der Aushändigung des Gesellenbriefs durch die Bäcker-Innung.
 

Verkürzung der Lehrzeit

Wenn Sie bei Ausbildungsbeginn mindestens 21 Jahre alt sind und einen Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss besitzen, können Sie die Ausbildung um sechs Monate verkürzen.

Wer die Zwischenprüfung mindestens mit der Note 2,0 bestanden hat, wird ebenfalls bereits nach zweieinhalb Jahren zur Abschlussprüfung zugelassen.

Für alle, die das Abitur, die Fachhochschulreife oder eine Berufsausbildung in einem verwandten Beruf haben, bieten wir den Besuch der Turboklasse an. Hier können Sie bereits nach zwei Jahren zum Abschluss kommen.
 

Projekte und Angebote

Die G3 bietet interessierten Schülerinnen und Schülern eine Fülle von Möglichkeiten, neue Fähigkeiten zu entdecken und weiterzuentwickeln. Dazu gehören Leistungswettbewerbe in unterschiedlichen Disziplinen, z. B. der Lebkuchenwettbewerb „Hamburger Fassaden“, die Teilnahme am Bundeswettbewerb Fremdsprachen „Team Beruf", internationale Austauschprogramme, z. B. Auslandspraktika in Wien, London, Bournemouth, Marseille oder Lyon, Messe-Beteiligungen und vieles mehr.


Bewerbung und Anmeldung

Sie bewerben sich direkt bei ausbildenden Bäckereibetrieben. Nachdem Sie Ihren Ausbildungsvertrag unterschrieben haben, übernimmt Ihr Ausbildungsbetrieb die Anmeldung an der G3. Der Ausbildungsbeginn ist in der Regel der 1. August oder 1. September, in Ausnahmefällen der 1. Februar. Der Besuch der Berufsschule ist für Auszubildende kostenlos.

Sie bewerben sich direkt bei ausbildenden Bäckereibetrieben. Adressen erhalten Sie bei der Bäcker-Innung Hamburg, Siemensstr. 13, 25462 Rellingen, Tel. ( 04101) 38 72-0.

Die Einschulung an der G3 findet am ersten Montag nach den Hamburger Sommerferien statt.
 

Kosten

Der Besuch der Berufsschule ist für Auszubildende kostenlos. Die Anschaffungskosten für Unterrichtsmittel, z. B. Schreibmaterial und Kleidung für den Werkstattunterricht tragen Sie. Das Bäckerei-Fachbuch für Bäcker stellt Ihnen eventuell der Ausbildungsbetrieb oder leihweise die G3 zur Verfügung. Für die Rohstoffe, die Sie im Werkstattunterricht verarbeiten, erheben wir eine Kostenbeteiligung in Höhe von 24,00 Euro.


Kooperationen

Die G3 arbeitet eng mit ihren dualen Partnern zusammen: Ausbildungsbetrieben, Bäcker-Innung Hamburg, Elbcampus und Handwerkskammer Hamburg.

Mit den Ausbildungsbetrieben stehen wir in einem konstruktiven Dialog. Einmal pro Schulhalbjahr treffen sich das Berufsschulkollegium der G3 und Vertreter der Ausbildungsbetriebe zur LOK-Sitzung (Lernortkooperation), um die duale Ausbildung gemeinsam weiterzuentwickeln.

Die Bäcker-Innung Hamburg regelt und überwacht die Lehrlingsausbildung und setzt sich für ein gutes Verhältnis zwischen Ausbildern und Auszubildenden ein. Sie ist für die Organisation und Abnahme der Zwischen- und Abschlussprüfung verantwortlich. Außerdem führt sie pro Lehrjahr eine überbetriebliche Unterweisung durch. Die Bäcker-Innung Hamburg ist Mitglied der 1993 gegründeten Bäcker- und Konditorenvereinigung Nord e.V.

Der Elbcampus ist das Bildungszentrum der Handwerkskammer mit Schulungsräumen und  Lehrbackstube der Bäcker-Innung.

Die Handwerkskammer Hamburg vertritt die Interessen des Handwerks gegenüber der Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Sie arbeitet eng mit den Innungen zusammen. Handwerksbetrieben, die Mitglieder der Handwerksammer sind, bietet sie Beratung und Unterstützung an, z. B. auch bei der Lehrlingsausbildung.


Informationen

Möchten Sie mehr über den Beruf und die Ausbildung erfahren?

Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e. V. liefert Ihnen auf seinen Seiten www.back-dir-deine-zukunft.de eine Fülle interessanter Informationen sowie weiterführende Links.

Auf der Seite der Bäcker- und Konditorenvereinigung Nord www.bkv-nord.de finden Sie Wissenswertes über die Ausbildung, zum Beispiel Gesetze und Verordnungen, sowie die Ausbildungsvergütung.

Die Ausbildungs- und Prüfungsordnung (APO) für berufsbildende Schulen informiert über die rechtlichen Rahmenbedingungen der Ausbildung, z. B. über die Zulassungsvoraussetzungen.

Der Rahmenlehrplan gibt Ihnen einen Überblick über die 13 Lernfelder und die darin vermittelten Kompetenzen.

Alle Informationen dieser Seite finden Sie zusammengefasst in unserem Flyer Berufsschule für das Bäckerhandwerk".

Bei Fragen zur schulischen Ausbildung wenden Sie sich bitte an Jürgen Wünneker, Abteilungsleiter Berufsschule: juergen.wuenneker@hibb.hamburg.de