Berufsvorbereitungsschule, zwei Schüler zeichnen und schneiden

Ausbildungsvorbereitung – einjährige Berufsorientierung

Dualisiertes Angebot für schulpflichtige Jugendliche

Die Ausbildungsvorbereitung (AV) ist ein einjähriges dualisiertes Angebot zur Berufsorientierung. Es richtet sich an schulpflichtige Jugendliche mit oder ohne ersten allgemeinbildenden Schulabschluss (Hauptschulabschluss), die bisher noch keinen beruflichen Anschluss gefunden haben. Lernberaterinnen und Lernberater begleiten die Jugendlichen intensiv und unterstützen einen erfolgreichen Übergang in das Berufsleben. Unter bestimmten Bedingungen können die Schülerinnen und Schüler einen Abschluss erwerben, der dem ersten allgemeinbildenden Schulabschluss entspricht.

Voraussetzungen

Du bist in der Ausbildungsvorbereitung genau richtig, wenn du

  • unter 18 Jahre alt und noch schulpflichtig bist
  • nach der 10. Klasse die Stadtteilschule, das Gymnasium oder eine Schule der Regionalen Bildungs- und Beratungszentren (ReBBZ) verlässt
  • noch keine Berufsausbildung angefangen hast und keine weitergehende Schule besuchst.
     

Perspektiven

Nach erfolgreichem Besuch der Ausbildungsvorbereitung erhältst du ein Abschlusszeugnis der Ausbildungsvorbereitung. Ziel der Ausbildungsvorbereitung ist der Übergang in eine Ausbildung oder eine andere geeignete Anschlussmaßnahme.

Wenn du bisher noch keinen Abschluss erworben hast, kannst du bei Eignung und erfolgreichem Bestehen einer Prüfung einen Abschluss erhalten, der gleichwertig mit dem ersten allgemeinbildenden Schulabschluss ist (Hauptschulabschluss).

Sobald du einen Ausbildungsvertrag mit einem Betrieb abgeschlossen hast, kannst du auch während des laufenden Schuljahres eine duale Berufsausbildung beginnen und damit die Ausbildungsvorbereitung erfolgreich abschließen.

Weitere Angebote ermöglichen den Übergang in eine duale Berufsvorbereitung:

Die Berufsqualifizierung (BQ) richtet sich in erster Linie an schulpflichtige Jugendliche mit Wohnsitz in Hamburg, die trotz Ausbildungsreife und mehrfachen Bewerbungsversuchen im jeweiligen Berufsfeld keinen Ausbildungsplatz in einem Betrieb gefunden haben. Die BQ ist ein Ausbildungsangebot der Schulform Berufsfachschule in Kooperation mit Betrieben. Inhaltlich und zeitlich deckt sie das erste Ausbildungsjahr des jeweiligen Ausbildungsberufs vollständig ab. Im Anschluss an die erfolgreich absolvierte BQ folgt der Übergang in eine duale Berufsausbildung in einem Betrieb. Falls kein betrieblicher Ausbildungsvertrag abgeschlossen werden konnte, schließt sich eine trägergestützte Berufsausbildung mit einem Ausbildungsvertrag an.

Die Einstiegsqualifizierung (EQ) ist ein betriebliches Langzeitpraktikum: Junge Menschen lernen in einem Betrieb wichtige Teile eines Ausbildungsberufs kennen, um so an eine anschließende Ausbildung – möglichst im selben Betrieb – herangeführt zu werden.

Für Jugendliche mit und ohne Behinderung bieten wir im Rahmen des Projekts „dual & inklusiv“ des Europäischen Sozialfonds (ESF) die Inklusive Ausbildungsvorbereitung (AV inklusiv) an. Unter den Bedingungen der AV werden junge Menschen mit speziellem Förderbedarf individuell unterstützt.


AV dual – Lernen in der Schule und im Betrieb

Die Ausbildungsvorbereitung dauert ein Jahr. In der Zeit bereitest du dich auf eine Berufsausbildung bzw. die Tätigkeit in einem Betrieb vor. An zwei Tagen in der Woche lernst du in der Schule und an drei Tagen lernst und arbeitest du im Betrieb. Nachdem du das Ausbildungsvorbereitungsjahr erfolgreich beendet hast, erhältst du das Abschlusszeugnis der Berufsvorbereitungsschule. Das Ziel der AV ist ein Ausbildungsvertrag für eine duale Berufsausbildung.

Individualisierter Unterricht

Sowohl in der Schule als auch im Betrieb wirst du intensiv von Mentorinnen und Mentoren unterstützt. Sie beraten, begleiten und unterstützen dich. Sie ermutigen dich gleichzeitig zu selbstverantwortlichem Lernen: Du erkennst deinen Leistungsstand und deine Leistungsbereitschaft und setzt dich mit den Erwartungen der Arbeitswelt auseinander. Du setzt dir Ziele und übernimmst die Verantwortung für deine Zukunft.
 

Lernen in der Schule

Der Unterricht besteht aus zwei Lernbereichen. Der Lernbereich I bereitet dich auf die Arbeitswelt vor und begleitet dein Betriebspraktikum. Du arbeitest in kleinen Lerngruppen, erhältst Aufgaben aus der Berufswelt und erarbeitest eigenständig eine betriebliche Lernaufgabe. Folgende berufsbezogene Fächer gehören zum Lernbereich I:

  • Betriebliches Lernen und Handeln
  • Betriebliche Lernaufgabe
  • Reflexion betrieblicher Erfahrungen
  • Gestaltung des Übergangs


Zum Lernbereich II zählen berufsübergreifende  Fächer. Hier eignest du dir wichtige Basiskompetenzen an:

  • Sprache und Kommunikation
  • Mathematik
  • Fachenglisch
  • Sport
     

Lernen im Betrieb

Während eines Betriebspraktikums lernst du das Berufsleben kennen und erfährst, was Arbeitgeber, Vorgesetzte und Kollegen von dir erwarten. Du sammelst erste Erfahrungen in der Arbeitswelt und erwirbst betriebliche Fachkenntnisse. Während des Praktikums wirst du von deinen Mentorin oder deinen Mentor begleitet und unterstützt. 
 

Ausbildungsdauer

Die Ausbildungsvorbereitung ist eine einjährige Schulform.
 

Abschluss

Nachdem du das Ausbildungsvorbereitungsjahr erfolgreich beendet hast, erhältst du das Abschlusszeugnis der Berufsvorbereitungsschule.

Bei entsprechenden Leistungen und mit bestandener Prüfung kannst du einen Abschluss der Berufsvorbereitungsschule erwerben, der mit dem ersten allgemeinbildenden Schulabschluss (Hauptschulabschluss) gleichwertig ist.


Anmeldung

Für die Ausbildungsvorbereitung meldest du dich bei der Schule an, die du zuletzt besucht hast. Die Anmeldungen werden dann an die zuständigen beruflichen Schulen weitergeleitet. Die Einladungen für den ersten Schultag werden vom Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB) verschickt. Ausbildungsbeginn ist der erste Schultag nach den Sommerferien.

Für jeden Bezirk Hamburgs wurde festgelegt, welche berufsbildenden Schulen die Schüler der Stadtteilschulen des Bezirks aufnehmen. In einer Liste des HIBB sind die Stadtteilschulen und die jeweils zuständigen Berufsschulen aufgeführt.
 

Ausbildungsbeginn

Die Ausbildung beginnt am ersten Schultag nach den Sommerferien.


Kooperationen

Die Gewerbeschule 3 kooperiert mit unterschiedlichen Partnern in unterschiedlichen Bildungsbereichen.

Als berufliche Schule ist die Gewerbeschule 3 dem Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB), einem eigenständigen Landesbetrieb der Behörde für Schule und Berufsbildung, zugeordnet. Zu dessen Aufgaben zählen die Steuerung, Beratung und Unterstützung der staatlichen berufsbildenden Schulen, die Weiterentwicklung der beruflichen Bildung sowie die Schulaufsicht.

Die Gewerbeschule 3 ist Partner der Handwerkskammer Hamburg und der Handelskammer Hamburg. Wir arbeiten intensiv mit der Bäcker-Innung Hamburg und der Konditoren-Innung Hamburg zusammen.

Im Rahmen der Ausbildungsvorbereitung kooperieren wir mit Ausbildungsbetrieben unterschiedlicher Branchen.

Die Jugendberufsagentur Hamburg berät, unterstützt und begleitet junge Menschen beim Übergang von der Schule in die Ausbildung und in den Beruf.

 


Informationen

Möchten Sie mehr über die Ausbildungsvorbereitung erfahren?

Weitere Informationen über die Angebote der Berufsvorbereitungsschule liefert das HIBB.

Wenn du mehr über die Einstiegsqualifizierung wissen möchtest, dann wirst du im Hamburger Bildungsatlas fündig.

Zur Inklusiven Ausbildungsvorbereitung hat das HIBB einen Flyer herausgegeben: „Das Projekt: dual & inklusiv“.

In einer Liste des HIBB sind die Stadtteilschulen mit den jeweils zuständigen Berufsschulen aufgeführt.