Lebkuchenwettbewerb „Hamburger Fassaden“

Bäcker-Azubis präsentieren Bauwerke der Hamburger Altstadt

Welches ist das schönste Lebkuchenhaus? Anne Effenberger, Sophie Rosenkranz und Franziska Eisenschmidt (G3, v.l.n.r.) beim „Stadtbummel“

Zur Vorweihnachtszeit gehören neben Tannengrün und Kerzen auch Lebkuchenhäuser. Die wahrscheinlich schönsten und ungewöhnlichsten Exemplare waren am 22. November in der Aula der Gewerbeschule 3 zu bewundern. Dort fand zum siebten Mal der traditionelle Lebkuchenwettbewerb „Hamburger Fassaden“ statt.

Der Wettbewerb 2017

17 Bäckerinnen und Bäcker des zweiten Lehrjahrs traten an, um Bauwerke der Stadt aus Lebkuchen nachzubilden. Dieses Jahr waren sie in der Hamburger Altstadt unterwegs und entdeckten am Jungfernstieg, in der Mönckebergstraße und rund um den Rathausmarkt Bauwerke unterschiedlicher Stilrichtungen von der Renaissance bis zum Jugendstil. Mit ihren Giebeln, Erkern, Bögen und Stuck-Verzierungen bildeten die Fassaden ideale Vorlagen für kunstvoll gestaltete Lebkuchenhäuser.

Die Jury mit den Preisträgerinnen (v.l.n.r.): Rebekka Braun, Ulf Vollstädt, Katharina Martin, Katharina Daube, Charleen Neumann mit Kira Garbers

Präsentation und Preisverleihung

Bei der Präsentation der fertigen Arbeiten gab es ein Wiedersehen mit vielen bekannten Bauwerken, zum Beispiel der Alten Post oder dem Bucerius Kunstforum. Diesmal schauten die Gäste ganz genau hin, denn erstmals wurde auch ein Publikumspreis vergeben.

Die Jury, die stellvertretende Innungsobermeisterin Katharina Daube, Lehrlingswart Ulf Vollstädt und Fachlehrerin der G3 Carolin Fütterer prämierten die Arbeiten von Rebekka Braun (Klasse BST 61, 3. Platz), Katharina Martin (BST 61, 2. Platz) und Charleen Neumann (Bä 61, 1. Platz), die mit Unterstützung von Kira Garbers zugleich auch den Publikumspreis gewann. Sie hatten das Gröninger-Haus, das Hulbe-Haus in der Mönckebergstraße und den Hamburger Hof nachgebaut und mit Marzipan, Schokoladen- und Eiweißspitzglasur besonders filigran ausgarniert. Alle anderen Teilnehmenden wurden mit Urkunden, Medaillen und einer kleinen Geschenktüte für ihre Leistungen ausgezeichnet.

Ein guter Jahrgang – die Teilnehmenden des Lebkuchenwettbewerbs 2017

Versteigerung für einen guten Zweck

Nach der Siegerehrung wurden alle Lebkuchenhäuser versteigert. Auf Wunsch der Schülerinnen und Schüler kam der Erlös dem Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V. zugute. Die stellvertretende Tierheimleiterin Susanne David stellte die Arbeit des gemeinnützigen Vereins vor und zeigte sich beeindruckt von der Spendenbereitschaft der Azubis. Weit über 1.000 Euro kamen durch die Versteigerung zusammen, der „Hamburger Hof“ der Siegerin Charleen Neumann erzielte 170 Euro.

Für die Teilnehmenden bedeutet der Wettbewerb neben dem Lernzuwachs und der kreativen Auseinandersetzung mit Hamburger Bauwerken auch die wertvolle Erfahrung, mit ihrer Arbeit etwas Gutes zu tun.

Berufsschullehrer Gört Warlies als „Immobilienauktionator“ freut sich mit Svea Andersson über die steigenden Gebote
Gordon Muß aus der Turboklasse BST 61 mit seinem kunstfertigen Modell der Hamburgischen Wertpapierbörse

Der Produktionsprozess

Vor der Preisverleihung berichteten die Teilnehmerinnen Charleen Neumann und Svea Andersson (BST 61) den Gästen, wie die Lebkuchenhäuser entstehen. Bereits mehrere Wochen, bevor die Arbeit in der Backstube beginnt, erkunden die Schülerinnen und Schüler die Altstadt, fotografieren und wählen ihr „Traumhaus“ aus. Außerdem müssen die angehenden Bäckerinnen und Bäcker sich mit den Dekortechniken vertraut machen. Dazu bekommen sie Unterstützung von der Konditorenklasse des zweiten Lehrjahrs. Am dritten Praxistag, zwei Wochen vor dem Wettbewerb, kneten sie den Lebkuchenteig und übertragen die Umrisse der Häuser vom Foto auf Backpapier. Eine Woche später werden die Fassadenteile ausgeschnitten und gebacken. Am fünften Arbeitstag überträgt man die Backpapierschablonen mittels einer Nadel auf den Teig, zeichnet die Linien mit Spritzglasur nach und klebt die Fassadenteile zusammen. „Eigentlich ist das in der kurzen Zeit gar nicht zu schaffen“, erklärte Svea Andersson. „Es gab Momente, da dachte ich: ‚Das wird nichts!’ Aber wenn man dann ganz ruhig bleibt und nicht in Panik gerät, funktioniert es wie durch ein Wunder doch.“